Bei dem Wort Kobra schaudert es wohl so manchem wegen des Gedankens an die gefürchtete Giftschlange. Das Cobra-Museum für Moderne Kunst in Amstelveen betört die Sinne jedoch auf ganz andere Art und Weise. Hier wird das Erbe der internationalen CoBrA-Bewegung am Leben gehalten, und Cobra-Kunst, moderne und zeitgenössische Kunst gehen Hand in Hand.
Der Name „Cobra“ ist eine Zusammenstellung der Städte Copenhagen, Brussels und Amsterdam, aus denen die Gründer dieser Kunstbewegung stammen. Die Ähnlichkeit des Namens mit der Giftschlange symbolisiert zudem die Progressivität und den Protest der Bewegung gegen gesellschaftliche und akademische Normen. 1948 zeichneten Asger Jorn ( aus Kopenhagen), Joseph Noiret und Christian Dotremont (aus Brüssel) sowie Constant, Corneille und Karel Appel (aus Amsterdam) in einem Pariser Café ein Manifest gegen den Surrealismus und für eine Wiederbelebung des Expressionismus durch informelle Kunst. Die Künstler strebten eine spontanere, fantasie- und farbenvollere Arbeitsweise an, jenseits der geometrischen, formellen Arbeiten jener Zeit in Europa. Als Inspiration dienten ihnen Kinderzeichnungen, primitive Kunstformen wie Stammesmasken und Behinderten-Kunst. Zu den bevorzugten Themen gehörten Tiere und Fantasiekreaturen.
Die Artisten der CoBrA-Gruppe teilten das kommunistische Gedankengut von Karl Max. Sie wollten Kunst für jedermann zugänglich machen. In dieser Überzeugung arbeiteten zum Teil mehrere Künstler zusammen an einem Gemälde. Auch die Kinder der Künstler wurden häufig in den Entstehungsprozess eines Kunstwerks mit einbezogen. Zudem fand oft eine Zusammenarbeit zwischen Dichtern und Malern statt, die in „Peinture-mots“(gemalte Worte) resultierten.
Wegen der Erkrankung von Asger Jorn und Christian Dotremont löste sich die Gruppe 1951 auf. Während der kurzen Bestehenszeit der Bewegung fühlten sich über 40 Künstler zur CoBrA-Gruppe hingezogen, und sowohl Maler, Bildhauer, Poeten, Fotografen und Filmemacher schufen Werke im Zeichen der Bewegung. Der bekannteste niederländische Cobra-Künstler ist Karel Appel.
Das Cobra-Museum hält das Erbe der internationalen Cobra-Bewegung und das Schaffen ihrer Künstler bis heute lebendig. In dem Museum werden die wichtigsten Werke der CoBrA-Gruppe (1948-1951) sowie Arbeiten ihrer niederländischen Vertreter gezeigt. Die Museumssammlung wird regelmäßig durch Neuerwerbe und Schenkungen ergänzt. Die Werke der Kollektion werden in Dauerausstellungen gezeigt.
Schöpferische Freiheit und kreatives Experimentieren, Lebensfreude und soziales Engagement waren die Grundpfeiler der Cobra-Bewegung. Die Werke, die im Cobra-Museum für Moderne Kunst zu sehen sind, verkörpern moderne Kunst und reflektieren die Grundwerte und den Geist der Cobra-Bewegung. Das wunderschön gestaltete Gebäude, in dem das Cobra- Museum untergebracht, ist stammt von dem niederländischen Architekten Wim Quist. Durch viel Tageslicht, räumlicher Weite und naturnahem Flair vermittelt es eine positive Gesamtatmosphäre, die die Kunst besonders gut wirken lässt.
Das Cobra-Museum befindet sich in Amstelveen. In dieser Stadt in der Nähe von Amsterdam lebt die größte internationale Gemeinschaft der Niederlande. Die letzte Erhebung ergab, dass 11% der Bevölkerung ausländisch ist. Zu dieser Bevölkerungsggruppe gehören u. a. viele japanische Geschäftsleute mit ihren Familien, aber auch britische, deutsche, amerikanische, indische sowie viele andere Staatsangehörige. Amstelveen gehört zum Großraum Amsterdam und ist schnell und einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Hauptstadt aus zu erreichen:
Tram Nr. 5 ab Hauptbahnhof Amsterdam Centraal, Haltestelle Amstelveen Binnenhof
Metro Nr. 51 ab Hauptbahnhof Amsterdam Centraal, Haltestelle Amstelveen Binnenhof
Die Busse Nr. 142, 144, 170, 171, 172 fahren ab Amsterdam bis zur Busstation Amstelveen, die sich gleich gegenüber dem Cobra-Museum befindet.
Auf dem Weg zum Cobra-Museum mit Bus, Tram oder Metro bekommen Sie einen guten Überblick über die verschiedenen Stadtteile von Amsterdam. Vom lebendigen Zentrum bis zum gediegen begrünten Südteil der Stadt (Oud Zuid).
Von Ostersonntag bis zum letzten Sonntag im Oktober können Sie die Strecke ab Haarlemmermeer bis zum Amstelveen Bahnhof auch mit einer historischen Museumstram zurücklegen. Die Museumtram fährt jeweils sonntags von 11 bis 17.30 Uhr.
Amstelveen eignet sich auch sehr gut für einen Tagesausflug von Amsterdam aus. Gleich gegenüber dem Cobra-Museum befindet sich eine große Einkaufspassage namens „Stadshart Amstelveen“ mit zahlreichen Restaurants und über 200 Läden.
Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
Geschlossen
Montags sowie am 25. Dezember, 1. Januar und 30. April.
Geöffnet
An allen anderen Feiertagen (auch montags und am 5. Mai)