Amsterdam ist traditionell eine Handelsmetropole. Um Handel treiben zu können, sind Netzwerke unverzichtbar, die etabliert und erhalten werden müssen. Von daher muss in einer Handelsstadt ein offenes und tolerantes Klima herrschen sein. Dies zieht Menschen aus allen Himmelsrichtungen an und gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit.
Der ausgeprägte multikulturelle Charakter Amsterdams ist also beileibe kein Zufall. Die niederländische Hauptstadt ist zu einem Schmelztiegel geworden, der nicht nur 174 Nationalitäten vereint, sondern auch Vertreter anderen Lebensformen, wie beispielsweise Homosexuelle oder Hausbesetzer, selbstverständlich akzeptiert. Was manchem wie ein Widerspruch vorkommen mag, ist das Fundament der Amsterdamer Kultur: die Freiheit, so zu sein, wie man ist – und zu sagen, was man denkt.
Die Stadtverwaltung von Amsterdam besteht aus einem Magistrat. Der Bürgermeister wird von der Königin für einen Zeitraum von sechs Jahren in sein Amt berufen (eine Verlängerung ist möglich). Die sechs Beigeordneten werden aus der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Die Stadtverordnetenversammlung wird alle vier Jahre von den Bürgern Amsterdams bestimmt. Auch Einwohner mit einem ausländischen Pass, die länger als fünf Jahre in der Stadt leben, haben Stimmrecht. Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 45 Stadträten, die unterschiedlichen politischen Parteien angehören.Obwohl Amsterdam als eine liberale Stadt gilt, wird der politische Kurs vor allem von links orientierten Parteien bestimmt. So stellt die sozialdemokratische Partei der Arbeit schon seit Jahrzehnten den Bürgermeister und die meisten Stadträte.
Ein Teil der Befugnisse der Stadtverordnetenversammlung ist auf eine niedrigere Verwaltungsebene – auf die Bezirksvertretung – übertragen worden. Amsterdam ist in 8 Bezirke mit einer jeweils eigenen Verwaltung und Bezirksverordnetenversammlung eingeteilt. Diese Verwaltungsebene, die alle vier Jahre von den Bürgern der jeweiligen Bezirke gewählt wird, wurde geschaffen, um den Bewohnern die Politik näher zu bringen. Folglich beschäftigt sich die Bezirksverordnetenversammlung mit bürgernahen Themen wie der Ausstellung von Pässen und Parkgenehmigungen, der (Neu-)gestaltung von Straßen und der Müllentsorgung.