Woher der Name ‘Braune Kneipe’ kommt

Die gemütlichen Pubs werden ‘Braune Kneipen’ genannt wegen ihrer meist dunklen Einrichtung aus Holz, das vom Zigarettenrauch braun verfärbt ist. Wegen des Rauchverbots in Kneipen werden diese wohl zukünftig nicht noch brauner werden, aber viele der neueren Bars und Pubs werden bewusst nach traditionellem Vorbild eingerichtet. Gäste lesen hier bei einer Tasse Kaffee ihre Zeitung oder trinken mit Freunden nach der Arbeit ein Bier – die Braune Kneipe ist für viele Amsterdamer eine Art zweites Zuhause.

Eigener Charakter

Jede Braune Kneipe hat ihren ganz eigenen Charakter und damit häufig auch oft ein ganz eigenes Publikum. Bestimmte Pubs werden in erster Linie von Geschäftsleuten und ‘Yuppies’ besucht, in anderen wiederum treffen sich fast nur Studenten. Und manche Kneipen werden vor allem von Matrosen und Arbeitern besucht. Obwohl die Einrichtung der Pubs unterschiedlich ist, sind sie im Allgemeinen einfach und schlicht gehalten, dabei aber dennoch gemütlich eingerichtet.

Traditionelle Pubs

Gleich mehrere Braune Kneipen behaupten von sich, die älteste Kneipe von Amsterdam zu sein. Die historischen Daten für den Nachweis des ältesten Pubs Amsterdams sind jedoch unzureichend. Die Geschichte einiger Kneipen in Amsterdam reicht tatsächlich bis ins 17. Jahrhundert zurück. Wir haben für Sie ein paar typische, Braune Kneipen in Amsterdam ausgewählt, ein Besuch in diesen gemütlichen Cafés lohnt sich auf jeden Fall:

  • In ‘t Aepjen, Zeedijk 1 – Befindet sich in einem der ältesten Gebäude der Stadt aus dem Jahre 1475.
  • Café Karpershoek, Martelaarsgracht 2 – Hier ist der Boden bis heute mit Sand bedeckt, so wie im 17. Jahrhundert üblich war.
  • Café De Druif, Rapenburgerplein 83 – In De Druif (‘Die Traube’) kann man sich seit 1631 das ein oder andere Gläschen genehmigen.
  • Café Papeneiland, Prinsengracht 2 – Es heißt, dass hier zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein Sarghersteller und ein Bestattungsunternehmer hinter dem Tresen gestanden haben.
  • De Drie Fleschjes, Gravenstraat 18 – Diese Kneipe (‘Die Drei Flaschen’) gibt es seit 1650.
  • Café Hoppe, Spui 18-20 – Hier finden oft Feiern statt, bei denen Gäste auch auf dem Gehsteig ihre Drinks zu sich nehmen.
  • Café Kalkhoven, Prinsengracht 283 – Diese Kneipe gegenüber der Westerkirche stammt aus dem Jahre 1670.
  • Wynand Fockink, Pijlsteeg 31 – In dieser Probierstube (‘Proeflokaal’) gibt es traditionellen holländische Genever und andere Schnäpse und Liköre.
  • Café In de Wildeman, Kolksteeg 3 – Auf einer Rangliste der beliebtesten Bars und Pubs der Niederlande aus dem Jahr 2013 lag dieser Pub unter den besten 10.
  • Café ’t Smalle, Egelantiersgracht 12 – Hier begann Pieter Hoppe im Jahr 1786 mit seiner Genever-Brennerei.
  • Café De Dokter, Rozenboomsteeg 4 – Diese Kneipe misst noch nicht einmal 18m2 und ist damit vermutlich die kleinste Kneipe Amsterdams.