Wussten Sie, dass es in den Niederlanden früher über 10.000 Windmühlen gab, die in Betrieb waren? Wir haben ein paar wissenswerte Fakten über Windmühlen für Sie zusammengestellt:

1) Windmühlen gab es früher überall

Ein schwaches Knarzen und ein sanftes Rauschen ist alles, was man hört, wenn man neben einer Windmühle steht, während ihre Flügel vom Winde getrieben durch die Luft gleiten. Heute wird gerne vergessen, dass dieses Geräusch vor nur etwa einem Jahrhundert in den Niederlanden allgegenwärtig war. Windmühlen standen damals überall im Land, und über 10.000 von ihnen prägten einst die holländische Landschaft und wurden für industrielle Zwecke und als Wasser-Pumpwerke genutzt. Später erhielten die windbetriebenen Alleskönner Konkurrenz von Pumpwerken und Fabriken, die erst mit Dampf und später mit Diesel und Elektrizität betrieben wurden. Langsam verschwanden die Windmühlen aus dem holländischen Landschaftsbild, dennoch sind bis heute gut 1.200 von ihnen erhalten geblieben. Diese Windmühlen stehen unter Denkmalschutz und werden sorgfältig gewartet. Sie sind geliebte Ikonen in der holländischen Landschaft, insbesondere in der Region 'Old Holland', dem Gebiet nördlich von Amsterdam. Einer der besten Orte zur Besichtigung von Windmühlen ist die Zaanse Schans. Der Eintritt zu diesem Freiluftpark mit seinen historischen Windmühlen ist kostenlos.

2) Wahre Alleskönner

Viele Menschen denken, dass Windmühlen ausschließlich zum Mahlen von Getreide für die Herstellung von Mehl genutzt wurden, in Wirklichkeit jedoch erfüllten sie noch viele weitere Funktionen. Windmühlen wurden unter anderem auch zur Entwässerung von Land eingesetzt (so entstanden die Polder), zum Sägen von Holz und zum Pressen von Öl. Unbedingt besichtigen sollte man auch die Farb-Windmühle De Kat, mit ihr wurden aus Kalk und anderen Materialien Pigmente zur Herstellung von Farben gewonnen. 

3) Mit Windmühlen begann die weltweite Industrialisierung

Die Windmühlen, mit denen in der Zaan-Region nördlich von Amsterdam Holz gesägt wurde, ermöglichten eine blühende Schiffsbauindustrie, und so nahm in dieser Region im 17. Jahrhundert die erste Industrialisierung ihren Anfang. Im Jahre 1650 wurden in der Zaanregion jährlich etwa 75 große Schiffe gebaut. Sogar Zar Peter der Große kam von Russland hierher, um das Einmaleins des Schiffsbaus in Zaandam zu erlernen!

4) Wochenende im Zeichen der Windmühlen

Die Holländer lieben ihre Windmühlen, und immer am zweiten Wochenende im Mai wird das nationale Windmühlen-Wochenende gefeiert. Dann sind alle Windmühlen im Land festlich mit Blumen, Engelsfiguren oder Flaggen dekoriert und für Publikum frei zugänglich.

5) Mit dem Rad auf Windmühlen-Entdeckungstour

Es gibt viele Möglichkeiten für einen Tag im Zeichen der holländischen Windmühlen. Beispielsweise spezielle Bustouren, die Sie zu den schönsten Windmühlen bringen. Aber mit Abstand am schönsten ist eine Windmühlen-Entdeckungstour mit dem Rad: leihen Sie ein Fahrrad und schwingen Sie sich in den Sattel! Diese Radtour durch die Zaan-Region dauert etwa 3 Stunden, und Sie gelangen zu den schönsten historischen Windmühlen der Region und sogar zu einem Windmühlen-Museum!

 

 Windmühlen der Zaanse Schans Cris Toala Olivares