Vielseitig und harmonisch

In West findet man sowohl schöne Wohngegenden, wo Menschen aus verschiedensten Teilen der Welt friedlich nebeneinander leben, als auch lebendige Einkaufsstraßen. Es gibt hier Straßenmärkte genauso wie elegante Gebäude, Luxus-Möbelgeschäfte, Underground-Kulturzentren und viele nette Cafés, wo man oft auch schön draußen sitzen kann.

Vergangene Zeiten in Oud-West

Das grüne, lebendige und sehr beliebte Viertel Oud-West liegt von allen Vierteln im Stadtteil West am nächsten zum Stadtzentrum. Als Gegend, die vom Vondelpark bis zur Singelgracht mit ihren stattlichen Villen reicht, sind Oud-West und das Nachbarviertel De Baarsjes vor allem von der schnellen urbanen Expansion im letzten Viertel des 19. Jh. gekennzeichnet. Zuvor bildete die halbkreisförmige Singel-Gracht die Stadtgrenze von Amsterdam, und noch früher war Overtoom – heute eine stark befahrene Hauptverkehrsader parallel zum Vondelpark, an der man die schönsten Möbelgeschäfte der Stadt findet – ein Fußweg von Amsterdam in die Stadt Sloten. Und auf eben diesem Fußweg gelangten einst Tausende Pilger nach Amsterdam, angezogen von dem 'Wunder von Amsterdam' im Jahre 1345. Damit empfing das damalige Fischerdorf Amsterdam seine allerersten 'Touristen'.

Das Leben von einst

Die vier Stadtviertel in Amsterdam West waren früher vor allem reine Arbeitergegenden. Man wohnte hier meist in vierstöckigen Reihenhäusern mit den typischen steilen Treppen, die man hier bis heute findet. Das Viertel Oud-Zuid dagegen, das an die andere Seite des Vondelparks grenzt, war schon immer eine viel schickere und teurere Wohngegend, obwohl es auf demselben sumpfigen Untergrund gebaut wurde. Lange Zeit haftete dem Stadtteil West wegen der dort vorhandenen organisierten Kriminalität auch ein leicht verruchtes Image an.

Aufschwung

Heute, nach einer Zeit des Aufschwungs – manche mögen es auch Gentrifizierung nennen – ist der Stadtteil West auf dem besten Weg in eine neue Glanzzeit. An der Overtoom-Straße mag es dann noch immer viele, günstige chinesische Massagesalons und Kebab-Imbissbuden geben, aber hier eröffnete auch die trendige Bio-Supermarktkette Marqt ihre erste Filiale mit ihren erlesenen Produkten für zahlungskräftige Feinschmecker. In De Hallen, ein schön restauriertes ehemaliges Straßenbahndepot und industrielles Erbe der Stadt, findet jede Woche ein Food- und Design-Markt statt. Weiter haben sich hier Unternehmen der Kreativindustrie, Medien- und Modebranche niedergelassen und gibt es nette, angesagte Cafés und Restaurants und auch das Viersterne-Hotel de Hallen befindet sich hier. Seit sich das Viertel von seinem 'Wildwest'-Image befreit hat, ist es sehr beliebt bei Expats, insbesondere bei jungen Familien. Entsprechend findet man hier auch viele kinderfreundliche Cafés, Aktivitäten für die Kleinen, Kinderkleidung- und Spielzeugläden.

Architektonische Perlen

Unbedingt zu empfehlen ist ein Spaziergang durch die schmalen Straßen auf beiden Seiten des Overtoom. Man kommt dabei an großen, alten Bäumen, stattlichen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert und der Vondelkerk (Kirche) vorbei. Besonders eindrucksvoll und originell sind die so genannten Zevenlandenhuizen (Siebenländer-Häuser) aus dem Jahre 1894 an der Roemer Visscherstraat: jedes der sieben Häuser in der Häuserzeile ist in einem anderen europäischen Architekturstil gebaut. Am Overtoom befindet sich auch die älteste Reitschule der Niederlande aus dem Jahre 1882: die Hollandsche Manege. Sie wurde von dem Architekten AL Van Gendt entworfen, der sich dabei von der Spanischen Hofreitschule in Wien inspirieren ließ. AL Van Gendt entwarf noch weitere funktionelle architektonische Ikonen der Stadt, so zum Beispiel das Königliche Concertgebouw und der Amsterdamer Hauptbahnhof. In den Ställen der Hollandsche Manege stehen um die 50 äußerst gepflegte Pferde und Ponys, und es werden bis heute täglich Reitstunden gegeben. Ein Besuch in dieser Stadtreitschule mit Flair ist ein ganz besonderes Erlebnis für Jung und Alt und macht die überraschende Vielseitigkeit des Stadtteils West erfahrbar!